Mikroplastik in der Reinigungsindustrie

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Der Begriff Mikroplastik war weit verbreitet, nicht alles im öffentlichen Raum konnte auch in den Medien verwendet werden. Auch in der Reinigungsbranche taucht der Begriff „Rossen“ auf.

„Der Begriff „Mikroplastik“ wurde 2004 erstmals zur Beschreibung winziger Stücke Meeresschmutz von Richard Thompson in seiner Veröffentlichung im Magazin Science „Lost at sea: where is all the plastic?“ verwendet. Mikroplastik: ein beliebtes Thema, über das noch wenig Wissen verfügbar ist.

18 Jahre später wissen wir mit Sicherheit, dass Mikroplastik in unserer Umwelt weit verbreitet ist, aber was genau die möglichen Risiken sind, ist noch weitgehend unbekannt. Die Unklarheit rührt vor allem daher, dass Mikroplastik sehr vielfältig in Bezug auf Größen, Formen, Hilfs- und Farbstoffe ist. Da zwei Mikroplastikpartikel nie genau gleich sind, lässt sich das mögliche Risiko schlecht ermitteln. Aber wie definieren wir Mikroplastik?

Was ist Mikroplastik?

Mikroplastik sind als kleine, vom Menschen gefertigte polymerhaltige Materialien mit Abmessungen von weniger als x Millimeter definiert. Es gibt unterschiedliche Auffassungen über die Größe von Mikroplastik. So sprechen EU, RIVM und TNO von < 5 mm, die ISO/TR21960-Norm hingegen von < 1 mm (1.000 μm). Noch kleiner als Mikroplastik ist Nanoplastik. Plastikpartikel, die größer als 5 mm sind, nennen wir Makroplastik.

 

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Mikroplastik sind also feste Plastikpartikel, die in den meisten Fällen unbeabsichtigt erzeugt werden oder wurden. Unbeabsichtigt erzeugte Mikroplastik wird als sekundäre Mikroplastik bezeichnet. Diese wird beispielsweise beim Waschen von Kleidung oder dem Verschleiß von Autoreifen freigesetzt. Microbeads sind bewusst hinzugefügte Mikroplastikpartikel (primäre Mikroplastik). Sie kommen beispielsweise in abrasiven Reinigungsmitteln, Farbe, Zahnpasta und Peelings vor.

Derzeit wird sowohl auf europäischer Ebene als auch vom RIVM viel über die Gefahren von Mikroplastik geforscht. Eines wissen wir ganz sicher: Plastik zersetzt sich nicht.

Mikroplastik versus Mikrofaser

Das Wort Mikroplastik wird manchmal mit Mikrofaser verwechselt. Die Namensgebung legt nahe, dass beide vieles miteinander gemein haben. Mikrofaser an sich ist jedoch etwas ganz anderes als Mikroplastik. Mikrofaser ist eine sehr kleine Faser (immerhin kleiner als 1dtex) mit einer offenen Struktur, die Raum für die Aufnahme von Staub und Schmutz bietet. Sie verdankt ihren Namen also der kleinen – Mikro – Faser. Diese Faser benötigt kein Reinigungsmittel, um Schmutz an sich zu haften und von der Oberfläche zu entfernen. Sobald die Faser gesättigt ist, muss das Produkt bei mindestens 60 Grad vor dem nächsten Gebrauch gewaschen werden. In der Reinigungsbranche werden viele Mikrofaserprodukte wie Mikrofasertücher und Mikrofasermopps verwendet, weil das eine nachhaltige und hygienische Reinigungsmethode ist. Sie eliminieren Reinigungsmittel, die hergestellt, transportiert und entsorgt werden müssen.Mikrofaser ist jedoch eine Kombination aus synthetischen Fasern, die Mikroplastik enthalten.

Folgen für die Reinigungsbranche

Mikroplastik in der Reinigungsbranche findet man also in synthetischen Tüchern und Mopps, aber auch in abrasiven Reinigungsmitteln und bei Abnutzung von Kunststoffprodukten wie Flaschen und Dosen. Diese werden bei Gebrauch, Waschen, Trocknen und Entsorgung freigesetzt. Obwohl die Risiken noch nicht bekannt sind, kann es sinnvoll sein, den Anteil an Mikroplastik so gering wie möglich zu halten. Was können wir als Reinigungsbranche tun, um diesen auf ein Minimum zu beschränken?

6 Tipps zur Reduzierung von Mikroplastik in der Reinigungsbranche
  1. Waschmaschine  und  Trockner bewusst einsetzen 
    Reinigungstextilien müssen Sie natürlich waschen, da diese während des Gebrauchs schmutzig werden. Das Trocknen von Textilien im Trockner ist ein Prozess, bei dem durch Wärme und Bewegung relativ viel mehr Mikroplastik freigesetzt wird als beim Waschen. Versuchen Sie also, so weit möglich an der Luft zu trocknen oder die aus der Waschmaschine entnommenen feuchten Produkte sofort zu verwenden.
  2. Waschen bei niedrigen Temperaturen
    Wir empfehlen die niedrigste Temperatur, bei der Schmutz entfernt wird. Bei Mikrofaser beträgt das 60 Grad.
  3. So weit möglich gewebte Textilien verwenden
    Aus gewebten Textilien wird weniger Mikroplastik freigesetzt als aus nicht gewebten.
  4. Keine abrasiven Reinigungsmittel verwenden
  5. Keine Kunststoffprodukte wie Flaschen und Dosen verwenden.
  6. Seien Sie kritisch gegenüber Marketingaussagen wie „frei von Mikroplastik“, welche Beweise kann man vorlegen?
Schlussfolgerung

Möchten Sie mit reinem Gewissen reinigen? Dann sollten Sie alle oben genannten Fakten bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen. Entscheiden Sie sich für gewebte oder nicht gewebte Textilien, entscheiden Sie sich für das Arbeiten mit oder ohne Reinigungsmittel, waschen Sie bei hohen oder niedrigen Temperaturen? Viele Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Möchten Sie darüber mit einem unserer Kollegen sprechen? Nehmen Sie dann unbedingt Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen!

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Birgit Oimann

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Lieselotte Stevens

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